Erfahrungsbericht #1

Hier möchte ich euch meine Erfahrung mit der NeXaver Trense berichten.

Hierzu gebe ich euch erst einmal einen kleinen Einblick zu mir und zu meinem Pferd.

Ich heiße Katrin Kressing und bin 43 Jahre alt und reite seit meinem 6. Lebensjahr. Dressurreiten nach der klassischen englischen Reitlehre gehört für mich zu dem a und o ein Pferd zu gymnastizieren und aufzubauen. Daneben reite ich sehr gern ins Gelände, springe Gelände und bunte Stangen. Kurz, ich arbeite mein Pferd sehr abwechslungsreich und mit verschiedensten Anforderungen.

Meine Westphalen Stute Caramia, alias Püppi, ist 9 Jahre alt. Sie ist ein Springpferd. Aufgrund eines Stellungsfehlers in der Hinterhand ist es mehr als bei anderen Pferden wichtig, sie über den Rücken in ein vorwärts-abwärts zu reiten. Dies kannte sie, bis ich sie vor einem Jahr erwarb, aber nicht wirklich, sondern war auf kurze Zügel und auf Spannung reiten gewohnt. Sie war sehr kopfscheu.

Daher war für mich von vornherein klar, dass ich das NeXaver Halfter benutze, um möglichen Genickverletzungen vorzubeugen. Kurz nach dem Kauf zog sich eine Schädelfraktur zu, welche operiert werden musste.

Alles in allem also ein Fall für ‚Lass bloß meinen Kopf in Ruhe‘.

Schon dank des NeXaver Halfters begann sie sich eher an den Kopf fassen zu lassen und sich nicht nur starr gegen das Halfter zu schmeißen und mit hohem Kopf und rausgedrückten Unterhals gegen das Halfter zu ziehen.

Nach drei Wochen Heilung durfte ich schon wieder beginnen zu reiten, da ich ihr auch beim Reiten ein gutes Gefühl geben und bloß keine Druckpunkte an den Schädel lassen wollte, probierte ich die Trense von NeXaver aus.

Bei der Anpassung der Trense und die ersten Male beim Anlegen, fühlte ich mich ein wenig wie ein Reitanfänger, der gerade lernt aufzutrensen. Nach einer Woche war es aber wie gewohnt ein Handgriff.

Püppi wusste die neue Trense die ersten zwei drei Male nicht wirklich einzuordnen und wirkte beim Kopf hochreißen und wegrennen etwas irritiert. So als ob sie einen Druck oder Schmerz erwarten würde, der aber nicht eintraf.

Ungefähr ab dem vierten Mal reiten, fing sie an ruhiger an das Gebiss heranzutreten, den Kopf sogar fallen zu lassen und nicht wie eine Beschränkte unter dem Hintern wegzurennen, sobald man die Zügel annahm. Sie schnaubte häufiger ab, entspannte sich immer schneller und atmete ruhiger und gleichmäßiger. Sie entspannte sich immer mehr mit der NeXaver Trense.

Vor allem im Gelände trat dann jedoch das Problem auf, dass der zweite Genickriemen nach vorne rutschte, wenn sie den Kopf unterhalb des Buggelenkes hängen ließ. Dies störte jedoch eher mich als Püppi, da die Genickriemen trotzdem nicht an die Ohrspeicheldrüsen drückten. Das Gebiss saß lediglich lockerer. Trotzdem war es recht nervend, die Trense wieder in Position zu ziehen, um alle Effekte der Trense in vollen Umfang zu nutzen.

Dies wurde jedoch durch die Wangenschoner bis auf ein Minimum reduziert. Ebenfalls gibt es Abstandshalter, welche eingebaut werden können.

Dazu sollte ich sagen, dass der hintere Genickriemen nur dann rutschte, wenn Püppi den Kopf deutlich unterhalb des Buggelenkes hielt, ansonsten blieb er bei der Dressurarbeit in Position. In Aufrichtung, wie man z.B. auf einem Turnier reiten würde, würde also absolut gar nichts rutschen.

Wie entspannt und willig Püppi mittlerweile dank der NeXaver Trense an das Gebiss herantrat, sich fallen ließ und unbeschwerter atmete, wurde mir erst bewusst, als ich Turnier gemeldet hatte und vorher im Training auf die herkömmliche Trense umstellen musste.

Leider ist die NeXaver Trense noch nicht LPO lizensiert. Ein Antrag ist aber gestellt. Übrigens sind viele anatomische Trensen nicht LPO konform, auch wenn dies häufig suggeriert wird.

Püppi quittierte die ‚alte‘ Trense mit leichten Kopfschlagen, Zügel aus der Hand ziehen und spannigeren Tritten sowie Luft anhalten. Sie fand sich letztendlich mit der alten Trense ab und bemühte sich, trotzdem wieder locker mitzuarbeiten. Jedoch bleib eine Restanspannung und auch gelegentliches Herausheben.

Umso zufriedener war sie, als sie wieder mit der NeXaver Trense laufen durfte.

Natürlich werden die Unterschiede nicht bei jedem Pferd so extrem sein und sie wird nicht jedem Pferd passen, ich kann euch aber nur ans Herz legen die Trense einmal ausgiebig über einen Monat auszuprobieren.

Auf jeden Fall werdet ihr auf das spacige Stück angesprochen werden, denn sie fällt auf. Lasst euch nicht über Sprüche zu „schlechter Optik“ und „andere Trensen sind genauso gut“ beirren und hört einfach auf euer Pferd. Es wird es euch danken.

Viel Spaß beim Testen, liebe Grüße Katrin